Donnerstag, 21. September 2017

Schloss aus Glas - ein Film über die Macht der Familie

von Magdalena Köster

Größenwahn und Geborgenheit schließen sich in dieser Familie nicht aus  /  Foto: StudioCanal

"Was wollt Ihr in einer echten Schule? Ihr lernt, indem Ihr lebt! Und vergesst nicht, in uns brennt ein Feuer." Schwer, sich diesem Vater zu entziehen, der seinen Kindern das Weltall erklärt, sie mit fantastischen Geschichten und nächtlichen Wüstenwanderungen in ihrem Selbstvertrauen stärkt und jeden Zweifel des Rudels mit seinem täuschend echten Wolfsgeheul wieder einfängt. Lieblingstochter Jeannette wird es schaffen, diesem charismatischen Menschen zu entkommen, und sie wird nicht, wie das Schloss aus Glas, daran zerbrechen.

Donnerstag, 7. September 2017

Salon-Schnipsel: Mit “Zarah” geht Feminismus in Serie

von Luise Loges und Christine Olderdissen

Salon-Schnipsel, der: Kleine Empfehlung der Salonistas, in unregelmäßigen Abständen zu finden.
Zum Sehen, Hören, Freuen.


Claudia Eisinger als Zarah. Feminismus in Serie, jetzt auch im deutschen Fernsehen.  / Copyright: ZDF/Jules Esick

Fundsache: Die wilden Siebziger: Eine frauenbewegte Erfolgsautorin will eine Hamburger Wochenzeitschrift umkrempeln, die mit “sex sells” Auflage macht. Sie ist stellvertretende Chefredakteurin von Verlegers Gnaden und wird mit seinem Trendsetter-Töchterlein ein Techtel-Mechtel haben.

Mittwoch, 6. September 2017

Meine Cousine Rachel - Freiheitsliebende Frau oder miese Mörderin?

Eine Filmkritik von Tina Stadlmayer

Rachel Weisz als Cousine Rachel. Die Männer liegen ihr zu Füßen. / Copyright 2017 Twentieth Century Fox


Als "Kostümfilm mit einem feministischen Dreh" hatte das Londoner Time Out Magazin den Film "Meine Cousine Rachel" angekündigt. Das machte mich neugierig und ich wurde nicht enttäuscht. Die britisch-amerikanische Schauspielerin Rachel Weisz ist als Cousine Rachel selbstbewusst, freiheitsliebend, betörend und unnahbar. Ihr Gegenüber, Sam Claflin als Philip, ist ein unsicherer, unbeherrschter, misstrauischer und total verknallter junger Landadeliger.

Dienstag, 4. Juli 2017

Eine Beziehungsgeschichte - Der Journalistinnenbund und ich

von Eva Hehemann, Magdalena Köster und Christine Olderdissen

Der Journalistinnenbund will hoch hinaus. Die Jahrestagung startete im 31. Stock.  / Foto: Eva Hehemann

Es war ein fröhliches Wiedersehen unter Kolleginnen, die Jubiläums-Jahrestagung des Journalistinnenbundes am Gründungsort Frankfurt. Im "Silberturm" hoch über den Wolken, wie auch im ehrwürdigen Plenarsaal des Römer, gab es am ersten Juliwochenende hinreichend Gelegenheit mit Gründerinnen, Regionalgruppensprecherinnen und neu hinzugekommenen Mentees über das Netzwerk für Frauen im Journalismus zu reflektieren: Was bringt es jeder Einzelnen, dabei zu sein? Ein persönliches Schlaglicht auf 30 Jahre jb.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Die kluge Wegbereiterin - Fünf Fragen an Gisela Brackert


von Magdalena Köster


Der Journalistinnenbund feiert sein 30jähriges Jubiläum, vom 30. Juni bis 2. Juli 2017 am Gründungsort Frankfurt. Bis dahin stellt der Watch-Salon mit der Interviewserie "Fünf Fragen" in lockerer Folge ganz unterschiedliche Kolleginnen des jb vor, um die Vielfalt unseres Bündnisses und der jeweiligen journalistischen Arbeit zu zeigen. 

Gründerin des jb und elegantes Vorbild, Gisela Brackert    /  Foto: Nicole Kohlhepp


Ein super Buchtitel. "Gott ist eine Frau und sie wird älter". Auch Gisela Brackerts andere Bücher zeigen ihren dezidiert eigenen Blick auf theologische Fragen, sind aber auch ein Hinweis auf ihr großes ehrenamtliches Engagement im Ruhestand. Sie war Mitglied des hessischen Kirchenparlaments, Medienvertreterin in der Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen, Vorstandsmitglied der Evangelischen Akademie Arnoldshain, arbeitete aber auch noch lange für eine kirchliche Sendereihe im HR. Irgendwann war es damit gut, immerhin feierte unsere Gründerin und erste Vorsitzende im Frühjahr ihren 80. Geburtstag, "irgendwo im Süden". Mich freut immer noch, dass mich Gisela bei der Jahrestagung 1991 in Frankfurt aufforderte, als Beisitzerin für den Vorstand zu kandidieren, der Anfang einer langen Bindung an den jb.


Mittwoch, 14. Juni 2017

Die Feministin mit dem langen Atem - Fünf Fragen an Heide Oestreich

von Christine Olderdissen


Der Journalistinnenbund feiert sein 30jähriges Jubiläum, vom 30. Juni bis 2. Juli 2017 am Gründungsort Frankfurt. Bis dahin stellt der Watch-Salon mit der Interviewserie "Fünf Fragen" in lockerer Folge ganz unterschiedliche Kolleginnen des jb vor, um die Vielfalt unseres Bündnisses und der jeweiligen journalistischen Arbeit zu zeigen. 

"Die Aufwertung des Wortes Feminismus ist quasi ein Wunder", meint Heide Oestreich. / Foto: Carsten Kampf


Die Frauensendung „Zeitpunkte“ ist seit mehr als 25 Jahre eine Berliner Institution im rbb-Radio. Heiß geliebt und heiß umkämpft, immer wieder mal sollte das frauenpolitische Magazin aus dem Programm gestrichen werden. Als seine langjährige, leitende Redakteurin Magdalena Kemper* 2012 in den Ruhestand ging, bedankte sich die damalige rbb-Intendantin Dagmar Reim mit warmen Worten für Kempers sture Beharrlichkeit, den Platz für Frauenthemen im Radio stets und ständig aufs Neue zu verteidigen. Alle Anwesenden hielten für einen Moment den Atem an, denn letztlich hatte die Intendantin die tägliche Sendung von ihrem angestammten Sendeplatz vertrieben.**

Montag, 12. Juni 2017

Sommer im Kino: "Kosmonautensehnsucht"

von Mareice Kaiser

Blick von oben auf die "Kosmonautensehnsucht".   / Foto: Martin Gommel

Ich gebe zu: Ich gehe nicht gern ins Kino. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erwische ich den Platz neben der Person, die am lautesten mit der Popcorntüte raschelt oder an den falschen Stellen lacht oder laut atmet oder ständig hustet oder niest oder unangenehm riecht – oder alles zusammen. Gute Dialoge will ich zurückspulen und kurz vor Schluss muss ich aufs Klo. Kino und ich, wir sind keine Freunde. Erst recht nicht im Sommer. Mir fallen ungefähr 110 Möglichkeiten des Zeitvertreibs an sommerlichen Abenden ein, die besser sind, als einen Film in einem dunklen Kinosaal zu schauen. Für den Film "Kosmonautensehnsucht" habe ich dem Kino und mir noch eine Chance gegeben – und zwar im Sommer.